1. Ausgangslage
Als ich vor dieser Saison die Damen 1 als Trainer übernommen habe, war das Ziel klar: Platz 5, sicherer Klassenerhalt.
Samira, Laura und Anne fielen fast die komplette Saison aus – drei Leistungsträgerinnen, deren Fehlen wir die gesamte Runde spüren sollten. Gleichzeitig legten wir Damen 1 und 2 im Training zusammen – in enger Abstimmung mit Koni, dem Trainer der Damen 2. Zusätzlich gestalteten wir gemeinsam mit Sascha (Trainer A-Jugend) sowie Bibi und Oli (Torwart- und Athletiktrainer der Damen 1) auch die Trainingseinheiten mit der A-Jugend.
Das war kein nettes Extra: Ohne die A-Jugend wären wir nicht spielfähig gewesen. Anfangs stand die Frage im Raum, ob das alles zusammenpasst. Die Vorbereitung machte Mut – aber die echten Antworten kamen erst mit den Pflichtspielen.
2. Hinrunde
Schwerer Auftakt: Auswärts bei der HSG Stuttgart/Metzingen II (27:34) und Frisch Auf Göppingen II (24:37) – zwei Top-Teams, gegen die man komplett sein muss. Das waren wir nicht.
Beim ersten Heimspiel gegen den Aufsteiger HSG Fridingen/Mühlheim halfen bereits Spielerinnen aus der Zweiten aus. Das 26:26 – Ausgleich unglücklich kurz vor Schluss – war ein erstes Ausrufezeichen. Danach fanden wir unseren Rhythmus: Heimsiege gegen Rintheim, Schwaikheim und Freiburg II, Auswärtserfolge bei Oftersheim/Schwetzingen und Leinfelden-Echterdingen.
Gegen Schmiden/Oeffingen kassierten wir auswärts eine Niederlage – ohne Kim fehlte uns eine Schlüsselspielerin. Zu Hause gegen Bönnigheim fanden wir zurück. Auswärts in Neckarsulm ohne Kim, ohne Hanna und ohne Alia nur ein Rumpfkader: Bis zur 40. Minute hielten wir mit, dann fehlten die Kräfte. Das Heimspiel gegen Stuttgart/Metzingen II (18:28) konnten wir 30 Minuten offen gestalten – dann machte sich Kims und Aliya Fehlen zu deutlich bemerkbar.
Tendenz Hinrunde: Schwieriger Start gegen die Top-Teams, dann eine starke Mittelphase mit fünf Siegen in Folge. Zum Ende der Hinrunde haben uns vor allem die personellen Ausfälle eingeholt – wir konnten unser volles Potenzial nicht abrufen.
3. Rückrunde
Zum Rückrundenstart gegen Frisch Auf Göppingen II hatten wir erstmals den Kader fast komplett – mit Janine und Lena kamen zusätzliche Stabilität. Wir dominierten zu Hause über weite Strecken, verloren aber knapp 30:31. Trotzdem ein Wendepunkt: Wir konnten mit den Besten mithalten.
Danach eine starke Serie: Auswärts bei Fridingen/Mühlheim 35:29 und auch beim TSV Rintheim gewonnen. Oftersheim/Schwetzingen kampflos. Auswärts bei Schwaikheim dann ein Rückschlag – kopfmäßig nicht da, taktische Fehler, unnötig abgegeben.
Die Reaktion stimmte: Zu Hause gegen Leinfelden-Echterdingen souverän 30:24, auswärts bei Freiburg II 34:25.
Dann das Spiel der Saison: Zu Hause gegen Schmiden/Oeffingen, nahezu Bestbesetzung. 41:18. Stabile Abwehr, starkes Tempospiel, jeder Handgriff saß. Da hat sich die ganze Klasse dieser Mannschaft gezeigt.
Beim TSV Bönnigheim dann ohne A-Jugend nur mit Damen 2 und 3 angetreten – die A-Jugend bestritt parallel in Hannover ihr Viertelfinal-Rückspiel, bei dem ein Sieg oder Unentschieden den Einzug ins Final Four bedeutet hätte. Niederlage war unvermeidlich, aber der Grund ein guter. Zum Abschluss holten wir zu Hause gegen Sport-Union Neckarsulm II einen deutlichen 34:25-Sieg und schließen die Saison mindestens auf Platz 5 ab – bei einem Sieg der TUSSIES gegen Fridingen sogar auf Platz 4.
Tendenz Rückrunde: Deutlich konstanter und stabiler als die Hinrunde. Mit nahezu komplettem Kader haben wir gezeigt, dass wir zu den stärkeren Mannschaften der Liga zählen – mit dem 41:18 gegen Schmiden/Oeffingen als absolutem Highlight. Die Rückschläge waren entweder knapp, mental bedingt oder durch Kaderprobleme erklärbar.
4. Dank an Damen 2, Damen 3 und A-Jugend
Ohne die Unterstützung der Spielerinnen aus der zweiten und dritten Mannschaft hätten wir diese Saison nicht spielen können. Immer wieder sind Mädels kurzfristig eingesprungen, haben sich reingeworfen und Verantwortung übernommen. Speziell hervorheben möchte ich Kim Schmitt, die uns immer wieder entscheidend verstärkt hat. Dafür gebührt ihnen allen ein aufrichtiger und großer Dank.
Genauso den Spielerinnen der A-Jugend: Sie waren tragende Säulen unseres Kaders. In vielen Spielen standen sieben bis acht A-Jugendliche auf dem Feld und haben sich gegen gestandene Regionalliga-Spielerinnen behauptet. Dass sie parallel in der Jugendbundesliga um den Einzug ins Final Four kämpften, macht diese Leistung umso beeindruckender.
Ein besonderes Wort gilt auch der Zusammenarbeit im Trainerteam. Die Kommunikation mit Koni, Sascha, Bibi und Oli war durchgehend super, stets auf Augenhöhe und konstruktiv – das ist bei dieser Anzahl an Beteiligten und mannschaftsübergreifenden Themen alles andere als selbstverständlich.
Und nicht zu vergessen: Auch alle anderen –Vanessa und Hannes unsere Physios, Fahrer, Zeitnehmer und alle Helfer im Hintergrund – haben ihren Anteil an dieser Saison beigetragen. Vielen Dank dafür.
5. Fazit und Ausblick
Das Saisonziel ist erreicht. Aber wichtiger als die Tabelle ist der Weg: Diese Mannschaft ist zusammengewachsen. Die Rückrunde war deutlich konstanter als die Hinrunde. Wären wir durchgehend komplett gewesen, hätten wir noch mehr geholt – davon bin ich überzeugt.
Für 2026/27 nehmen wir viel mit. Die mannschaftsübergreifende Zusammenarbeit mit der Damen 2, Sascha (A-Jugend) sowie Bibi und Oli wird weiter ausgebaut. Das Zielniveau steigt: Wir greifen die obere Tabellenhälfte an. Die Konstanz, die wir in der Rückrunde gezeigt haben, wollen wir von Beginn an abrufen.
Wir haben uns auf einen guten Weg gemacht. Die nächste Saison kann kommen.
















